Sehenswürdigkeiten in Großheubach
Wir waren für Sie auf Entdeckungsreise in unserer Heimatgemeinde
Großheubach und haben einige interessante Bauwerke oder
geschichtsträchtige Orte zusammengestellt, welche Sie bei einem Besuch
in Großheubach besichtigen können. Natürlich findet sich auf dem Weg zu
den einzelnen Sehenswürdigkeiten die eine oder andere Einkehrmöglichkeit
wieder.
Abendanzsches Haus
Das Abendanz´sche Haus Vor der Restaurierung des
Abendanz-Haus in den Jahren 1987 bis 1990 mochte man diesem Gebäude
wegen seines heruntergekommenen Zustandes nicht ansehen, welch große
Geschichte sich in ihm barg: Im 18. Jht. war es eine Zweigniederlassung
eines bedeutenden Weinhändler Frankens und nach der Säkularisartion für
eine Zeit Zufluchtsort des letzten Abtes des Klosters Amorbach..
Das äußere des Hauses
In seinen Anfängen wurde das Haus wohl noch im
späten 16. Jht, spätestens jedoch kurz nach 1600 erbaut. In dieser
ersten Bauphase war der Bau sowohl innen wie außen fachwerksichtig
erstellt und das Erdgeschoß in Bruchsteinmauerwerk - Sandstein-
errichtet worden. Beherrscht wird die Außenfassade von der
Fachwerkkonstruktion im Obergeschoss mit ihrer reichen Ornamentik.
Typisch für die Bauzeit sind die aufwendig geschweiften Diagonalbalken,
sog. Kopfbänder, in den die Fenster von einander abteilenden Gefachen
der Frontfassade. Im Brüstungsfeld fallen die reich beschnitzten
Ziergefache auf, deren Muster zur Mittelachse der Frontfasade
symmetrisch angeordnet sind. Besonders beachtenswert ist die aus
miteinander gekreuzten, geraden und geschweiften Balken bestehenden
flechtwerkartige Konstruktion der Brüstungsgefäche des zweiten bzw.
vierten Fensters. Neben den Schwellen uns Rähmbalken sind auch die
Eckständer profiliert und beschnitzt. Die stark stilisierten
Gesichtschnitzereien am nördlichen und westlichen Eckständer, die
ursprunglich farbig bemalt waren, sind sog. Neidköpfe. Sie sollten alles
Böse, Neid und Missgunst vornehmlich, abwehren. Das gesamt Fachwerk war
schon in der ursprünglichen Fassung mit einer roten Balkenfarbe
hervorgehoben. Auffallend ist die Hofeinfahrt mit ihrem profilierten
steinernen Rundbogen. Dieser Torbogen, von dessen Art noch manche an den
früheren Freihöfen des Ortes erholten sind, deutet auf einen relativ
großen Umgriff des Anwesens. Das Haus besitzt auch einen tonnengewölbten
Keller, dessen Gewölbe in gutem, trockenem Zustand ist.
Im Schlußstein des rundbogigen Kellereingangs ist die
Jahreszahl 1671 eingeschlagen. Diese Datierung dürfte eine erste
Umbauphase des Hauses markieren. Im Fachwerk wurde dann Holz aus 1660
verbaut. Daneben wurde zu dieser Zeit eine schlichte Architekturmalerei
in dunkelgrau gehaltener Quaderform an der Außenfassade des
Erdgeschosses erstellt. Ansonsten fanden bei diesem Umbau offensichtlich
nur Veränderungen der inneren Raumstruktur statt. Als das Haus Mitte
des 18. Jht. in den Besitz des Weinhändlers Abendanz kam, wurde, wenn
nicht schon früher um 1700, ein zweiter Umbau vorgenommen. Hierbei wurde
die Sichtfachwerkkonstruktion aufgegeben und die Fassade vollständig
überputzt. Damit erhielt das Haus eine repräsentative Barockfassade,
wobei die regelmäßige Fensterachse erhalten blieb. Außerdem erhielt die
Eingangstür eine typisch frühbarocke profilierte Ohrenrahmung aus
Sandstein. Über dem Türgewande ist eine stark verwitterte
Sandsteinplatte zu sehen, die noch teilweise einen achteckigen Rahmen
für ein Schriftfeld oder ähnliches erkennen lässt. Eine Inschrift oder
Kaufmannszeichen kann man jetzt nicht mehr ausmachen.
Man betritt das Haus jetzt über eine schlichte
Sandsteintreppe mit Podest. Die Originaltreppe, eine weit in die Straße
auslaufende, seitlich von mächtigen Sandsteinquadern begrenzte
Podesttreppe ist leider nicht mehr erhalten. Sie fiel um 1960 dem
Straßenausbau zum Opfer.
Die Innenansicht des Hauses
Im Inneren des Hauses sind noch spärliche Reste
früheren Prunkes erhalten, denn in der Blütezeit der Abendanz'schen
Weinhandlung entsprach es sowohl in seinen Ausmaßen als auch in seiner
Einrichtung einem vornehmen Bürgerhaus. Zum Zeitpunkt des Umbaus durch
Abendanz wurden die Räume neu aufgeteilt und ihre Wände vollständig neu
verputzt. Zur gleichen Zeit erfolgte die Stukkierung der Balkendecke in
Räumen des Erdgeschosses und teilweise auch im Obergeschoss. Vermutlich
wurden damals auch neue Türblätter und neue Türstöcke angebracht. Die
Eingangstür besteht aus einem alten aufgedoppelten Türblatt mit drei
senkrecht verlaufenden Feldern.
Die Treppe
zum Obergeschoss stammt aus dem 19. Jht. und beeindruckt durch ihre
schlichte und doch handwerklich ansprechende Ausführung. Sie ersetzt
eine ursprünglich vorhandene Barocktreppe, deren Geländer aus
Vollbalustern noch in Teilen um das Treppenloch im Obergeschoss erhalten
ist. Eine Empiretür und eine weitere Tür aus dem Obergeschoss mit
reichen Barockvolutbeschlägen sind leider nicht mehr vorhanden. Das
abgewalmte Satteldach wird von einem zweibödigem Kehlbalkendachstuhl
getragen, der mit Windaussteigungen mittels halbhoher Streben verstärkt
ist. Im zweiten Dachboden haben die Aussteifungen durchweg die Form von
Andreaskreuzen.
Bewohner
Wie bereits erwähnt wurde, diente dieses Haus als
Zweigniederlassung des Weinhändlers Johann Simon Anbendanz. Er wurde im
Jahre 1715 geboren und war zu seiner Zeit einer der bedeutendsten
Frankenweinhändler. Er hatte weitverzweigte Handelsverbindungen in ganz
Süddeutschland und besaß neben der Niederlassung in Großheubach Filialen
in Frankfurt und Augsburg. 1796 war Großheubach mit einer
Rebanbaufläche von 101 ha die größte Weinbaugemeinde im ganzen Umland.
Hier und im Taubertal kaufte Abendanz den Wein billig auf und setzt ihn
in Frankfurt und Augsburg mit hohem Gewinn ab. Nach seinem Tod in 1796
ging die Weinhandlung an seine Erben über. Es ist anzunehmen, das
Abendanz einen Faktor mit der Verwaltung seiner hiesigen Güter und
Geschäfte betraut hatte. Ein solcher Verwalter könnte der 1820 genannte
und mit der Abendanz-Familie verwandte Franz Joseph Scheppler gewesen
sein.
Als 1803 das Kloster Amorbach im Zug
der Säkularisation aufgelöst wurde, musste Abt Benedikt Külsheimer
Amorbach verlassen. Der damals 73-jährige Abt erhielt hier im Haus eine
Wohnung. Hier wohnte es bis zu seinem Umzug nach Miltenberg, wo er 1815
starb.
Das Abendanz'sche Haus wurde 1820
mit Keller, Wasch- und Backhaus, Scheune mit Stall und einem weiteren
großen Keller, Schweinestall, Holzhalle und Hofraum (so steht es im
Grundbuch vermerkt) von der Gemeinde Großheubach aus dem Besitzt des
Joseph Scheppler angekauft.
Es erfolgte
der Umbau zum Schulhaus. Hierbei wurden umfangreiche Veränderungen in
der Raumeinteilung und im Fachwerkgefüge vorgenommen. Zu diesem
Zeitpunkt wurden neue Stützen eingesetzt und die Barocke Fensteranlage
verändert.
Fast 100 Jahre währte die
Nutzung als Schulhaus, bis 1910 das neue Schulgebäude errichtet wurde
und das Haus für eine Lehrerwohnung hergerichtet wurde. In der
nachfolgenden Zeit diente das Haus als Wohnung und Praxis für einen
Arzt. Nach dem Krieg wurden auch Flüchtlinge in diesem Haus
untergebracht.
1983 wurde an dem
inzwischen total verwahrlosten Haus notwendige Sicherungsmaßnahmen
durchgeführt. In einem Gemeinderatsbeschluss von 1985 wurde beschlossen
das Haus zu erhalten und zu restaurieren. Diese Maßnahme wurde von 1978
bis 1990 durchgeführt. Dabei wurde das verputzte Fachwerk wieder
freigelegt und teilweise erneuert. Die Originalfassade wurde
wiederhergestellt und das Dach neu eingedeckt. Das Erdgeschoss erhielt
einen neuen Verputz nach Resten der unter dem alten Putz freigelegten
Architekturmalerei. So wurde das zuvor unscheinbare und
heruntergekommene Gebäude zu einem Schmuckstück Großheubachs.
Der Eselsweg
Heute ist der Eselsweg eine beliebte Wanderstrecke
für Jung und Alt. Von Schlüchtern aus gelangt man auf den Spuren der
alten Handelsreisenden nach Großheubach, wovon der Eselsweg weiter in
die salzreichen Regionen Baden Wüttembergs führt.
Der Wanderweg führt meistens durch dichte
Spessart-Wälder, vorbei an Steinanhäufungen und noch vielen
geschichtlichen Orten - eben etwas für „Geschichtsinteressierte".
Aus der Entwicklung des Eselweges ...
Früher war der sog. „Eselsweg" eine der
wichtigsten
Verbindungen zum Transport von Glas, Salz und anderen Handelswaren.
Doch nicht nur Waren wurden darauf befördert, auch Fürsten und deren
Anhänger sowie ganze Heere nutzten diesen Weg.
Der Name stammt von den Eseln, welche
bis ins späte
Mittelalter als Transporttiere eingesetzt waren, später wurden Sie dann
durch Pferde und Fuhrwerke abgelöst.
Der
über 111 km lange Eselsweg führt von Schlüchtern bzw. Bad Orb über
Großheubach in viele weitere Städte, wie z. B. Bad Reichenhall
(Salzabbau). In der Regel führt der Eselsweg auf den Höhenlinien des
Spessarts entlang, dadurch wurde das reisen auf dieser Strecke erheblich
erleichtert, denn in den meist sumpfigen Tälern des Spessarts war das
Verkehrsnetz nur schlecht ausgebaut gewesen, des weiteren wurde der
Eselsweg besonders bewacht. Denn in den Tälern des Spessarts waren
Räuber und Überfälle keine Seltenheit. Auch auf dem Eselsweg wurden des
öfteren Kaufleute überfallen, um diesen Einhalt zu bieten wurden in
bestimmten Abständen Wachen eingesetzt, wofür die durchfahrenden Händler
eine Art „Zoll" bezahlen mussten.
Friedhof
| bis 1840: |
Friedhof bei der Pfarrkirche |
| 1837: |
Entstehung
des heutigen Friedhofs. |
Die Friedhofskapelle
Den Grundstein zur Friedhofskapelle -
"Josephkapelle" - legte Pfarrer Ferdinand Brun im Jahre 1688 unter der
Assistenz von Kaplan Josef Burger. Die Einweihung erfolgte aber erst
1692 durch Bischof Stark aus Mainz. Der derzeitige Altaraufsatz stammt
aus der Pfarrkirche von 1895. Kapellenrenovierung ließ Pfarrer Kaspar
Bayer 1914 und 1936 durchführen.
Der alte Friedhof
Der Friedhof befand sich bis zum Jahre
1840 um die Pfarrkirche. Die
letzte Beerdigung auf diesem Friedhof fand am 19. September 1840 statt,
als der am 03.04.1799 geborene Bauer und Bürger Josef Anton Straub, der
auf seinem Baumerb "Mühlacker" tödlich vom Baum fiel, begraben wurde.
Das Sachsengrab
Von den bei einem Fährunglück am 12.
August 1814 im Main zu Miltenberg
ertrunkenen Sachsen wurde einer an der Fähre Großheubach-Kleinheubach
geländet. Er fand seine letzte Ruhestätte im alten Friedhof zu
Großheubach.
Der neue Friedhof
Der neue Friedhof entstand im Jahre 1837
um die Josephskapelle außerhalb
der Gemeinde, liegt aber heute bereits innerhalb des Ortes. Diesen
Friedhof weihte der damalige Pfarrer Johann Sauer, und zwar am 22.
Oktober 1837, ein.
Heiliger Nepomuk
"Infolge eines Gelübdes im Jahre des Heils 1772",
so eine Sockelinschrift, richtete man die Statue des heiligen Johannes
von Nepomuk in der Nähe des historischen Rathauses am Heubach auf. Im
November 1926 wurde die Heubachbrücke an der Hauptstraße umgebaut. Die
beiden Rotsandsteinbögen sind geblieben, wurden aber wegen der
Fahrbahnverbreiterung etwas vergrößert. Das Gewölbe selbst wurde
"abgekämmt", wie die Steinhauer sagen, damit die damalige Steigung
verringert wurde.
Bis dahin stand die
Statue des Heiligen an der oberen Brückenseite auf dem gemauerten
Geländer. Wegen eines fehlenden Fußweges war sie von der über die Brücke
fahrenden Fuhrwerke dauernd beschädigt worden. Daher stellte man sie
bei den Umbauarbeiten auf die untere Brückenseite und schützte sie
fortan durch ein etwas überhöhten Gehsteig. Dies geschah nach alten
Aufzeichnungen am 07.12.1926.
Bereits
am 25.01.1927 wurde die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben. Eine
Einweihung bzw. eine neue Weihe der Brücke fand angeblich nicht statt,
weil der damalige Bürgermeister Ludwig Oettinger "samt seiner Anhänger
nicht besonders religiös eingestellt war", wie der Chronist damals
schrieb.
Den Heiligen scheint das
wenig gestört zu haben. Im Jahre 1996 wurde die Statue gründlich
restauriert und erhielt einen neuen Standort, von der Straße
zurückgesetzt, auf der Brückenbrüstung des Heubachs.
Historisches Rathaus
Das alte Rathaus von Großheubach Das historische
Großheubacher Rathaus wurde 1611/1612 als Sitz eines Unteramtmannes für
das Amt Prozelten durch den Baumeister Otto Oswald Heppeler, in
altfränkischer Fachwerkbauweise erbaut und bildet heute den Eingang zu
dem liebevoll gestalteten Altortbereich Großheubach´s.
Die Bauherren waren:
Johann Schweickard, Erzbischof von Mainz und Kurfürst
sowie Caspar Herr zu Eltz, Kurfürstlicher mainzischer Großhofmeister,
Rat- und Amtmann zu Prozelten
Das
Erdgeschoß wurde als Arrest (-Gefängnis) verwendet.
Katholische Pfarrkirche St. Peter
Jahreszahlen:
| 1247: |
erster
Pfarrer, Kirche war ein Holzbau |
| 1519: |
erste
Glocke |
| 1609: |
Bau einer massiven Wehrkirche mit
Wehrmauer, Wehrgang und Zinnen |
| 1895-1897: |
Ausbau
der Kirche zu ihrem heutigen Aussehen |
| 1949 |
Anschaffung
von vier Glocken |
| 01.08.1958: |
Zerstörung des
Turmes durch ein Unwetter |
| 1987 |
Renovierung der
Kirche |
Die Pfarrei zu Großheubach ist sehr alt. Als
Patrozinium wird seit jeher „Cathedra S. Petri ap. Antioch" gefeiert.
Der erste namentlich bekannte Seelsorger wird 1247 erwähnt. Die erste
Kirche war ein Holzbau, welcher im Jahre 1609 einer massiven Wehrkirche
weichen musste. Die Wehrmauer, von der noch ein Rest steht, war sechs
Meter hoch, einen Meter dick und besaß einen Wehrgang und Zinnen
innerhalb der Mauer. Aus dieser ersten Kirche stammt der Taufstein mit
der Jahreszahl 1403.
Die erste Kirchenerweiterung durch
Anbau der Seitenschiffe erfolgte im Jahre 1738.
Das heutige Aussehen erhielt die Pfarrkirche in den
Jahren 1895 bis 1897. In jener Zeit wurden das Querschiff, der Chor und
der Turm angebaut. Damals brach man die Wehrmauer ab, weil man ihre
Steine zum Erweiterungsbau der Pfarrkirche gut gebrauchen konnte. Ein
Unwetter zerstörte am 01. August 1958 den Kirchturm. Dabei fiel der
Turmhelm auf das Kirchendach und in den Kirchhof. Stilgerecht wurde er
wieder aufgebaut.
Der Außenverputz der
Kirche stammt aus dem Jahre 1959. Vier Glocken des jetzigen Geläutes
wurden 1949 angeschafft, die fünfte später. Die erste Glocke, die von
der Großheubacher Pfarrkirche läutete, stammte aus dem Jahre 1519. Sie
existiert aber nicht mehr.
Unter dem
Turm befindet sich in der Mauer ein Gedenkstein, der an das Fährunglück
zu Bürgstadt am 11. Mai 1600 erinnert. Der Stein befand sich
wahrscheinlich in der Kirchhofmauer über der Grabstätte der acht
Bürgstädter, die dabei im Main den Tod fanden und auf Großheubacher
Gemarkung geländet wurden.
Die
Steinplatten in der Mauer unter der Empore und im Chor sind Sargdeckel
von Steinsgräbern, die im Jahre 1895 ausgegraben wurden.
Die Seitenflügel des Hochaltars sind Originalgemälde
des Münchner Professors Fugel. Der Marienaltar wurde vom Fürstenhaus
Löwenstein gestiftet. Einige Heiligenstatuen stammen aus der Kirche vor
1895.
Nach dem großen Unwetter vom 01.
August 1958 wurden auch in der Kirche einige Veränderungen vorgenommen:
Statt des Gewölbes im Längsschiff wurde eine Flachdecke aus Holz
eingezogen und die einfachen neugotischen Fenster durch moderne ersetzt.
Die Empore wurde vergrößert, und eine neue Orgel sowie neue
Kirchentüren und Beichtstühle gaben ein verändertes Gesamtbild. Die
Kommunionbank datiert aus der gleichen Zeit. Im selben Jahre wurde die
Kanzel weggenommen und durch das Predigtpult im Chor ersetzt. Bei den
letzten Renovierungsarbeiten in den Jahren 1986 bis 1988 wurde
allerdings darauf geachtet, die Kirche mit den ursprünglichen
Ausmalungen (Blumen, Ornamente) wie um 1900 zu gestalten.
Kloster Engelberg
Der geschichtliche Ursprung des "Engelbergs" lässt
sich nicht mehr genau feststellen, ist aber um etwa 1300 zu suchen. Es
gilt als sicher, dass in der Nähe des heutigen Klosters eine heidnische
Kultstätte existierte. Eine Berghöhe mit dem Namen Rulesberg und ein
gewaltiger Felsblock mit einer schüsselartigen Vertiefung, genannt
Hünenstein oder Heuneschüssel, geben heute noch Kunde davon. Etwa um
1300 wurde auf dem Rulesberg eine einfache Holzkapelle errichtet und dem
Erzengel Micheal als Kämpfer gegen die heidnischen Götter gewidmet. So
wurde aus dem "Rulesberg" der "Engelsberg".
Der Weinbau im Kloster begann mit den Franziskanern nach
dem 1. Weltkrieg. Zuvor wurden dort Gemüse und Getreide zur
Selbstversorung angebaut. Obwohl bis heute der Großteil der Flächen um
Großheubach mit Weinanbau bepflanzt sind und dieser Wein unter dem Namen
Großheubacher „Bischofsberg“ vermarktet wird, hat sich die kleine
Weinlage des Kloster Engelbergs seine Eigenständigkeit mit dem
„Engelberger Klostergarten“bewahrt. Ja es ist eines der kleinste
Weinlage im Frankenland. Das kostbare Tröpfchen, kann man sich nach
anschließender Besichtung der Kirche oder Wanderung um den Engelsberg in
der Klosterschenke schmecken lassen.
Mit
der Verehrung des Erzengels Michael und der Gottesmutter, der "Königin
der Engel", setzt die Geschichte der Wallfahrt ein. Die bauliche
Erweiterung des einfachen Bildstockes über eine hölzerne und später dann
steinerne Kapelle zum ersten Kirchlein bezeugt die Zunahme der
Wallfahrten. Gefördert wurde sie durch Erscheinungsberichte und
besonders durch das wundertätige Marienbildnis. Als die Zahl der
Wallfahrer immer größer wurde, berief 1630 der Mainzer Erzbischof und
Kurfürst Anselm Kasimir vom Wambold Kapuziner auf den Engelberg und ließ
ihnen ein Kloster bauen. 1828 übernahmen auf Anordnung König Ludwigs I.
Franziskaner der bayerischen Provinz Kloster und Wallfahrtsseelsorge
auf dem Engelberg. Seit 1845 befindet sich in der Klosterkirche in einem
Nebenraum das Familiengrab der Fürsten zu Löwenstein.
Wer von Großheubach aus auf dem kürzestem Weg zum
Engelberg gelangen will, hat 612 steinerne Stufen vor sich. Wegkapellen
mit Passionsszenen und Kreuzwegstationen säumen den Weg nach oben. 1637
wurde diese "Himmelsstiege" mit den sogenannten "Engelsstaffeln"
angelegt. Sechs Kapellen laden zur Besinnung ein. Natürlich kann man den
Engelberg auch mit dem PKW erreichen. Eine weitere Alternative zum
Erreichen des Engelbergs ist eine Wanderung quer durch die Weinberge und
Wälder zwischen den beiden Ortschaften Großheubach und Miltenberg. Oben
angekommen kann man erst mal den genialen Blick ins Maintal genießen.
Die Sicht fällt auf die Staustufe, das Maintal Richtung Miltenberg und
Klingenberg und auf den gegenüberliegenden Ort Kleinheubach. Auch für
das leibliche Wohl wird in der Klosterschänke gesorgt mit dunklem Bier,
einem Schöppchen Wein und Brotzeit. Danach lädt der kleine Klosterladen
zum einkaufen ein.
Außerdem führen
zwei große Wanderwege am Kloster Engelberg vorbei. Einmal der Eselsweg
und dann der fränkische Rotweinwanderweg. Mehr Informationen über diese
beiden Wanderwege finden Sie auf unserer Webseite.
Pfaffenbrunnen
Versteckt, mitten im Wald befindet sich der sog. Pfaffenbrunnen, welcher seinen Namen durch Priester, welche ursprünglich „Pfaffen“ genannt wurden, erhalten hat. Damit sind die ersten Mönche vom Kloster Engelberg gemeint, welche früher den Kapuzinern angehörten.
Im Jahre 1651 wurde durch den damaligen Landesherrn Bischof Johann Philipp von Schönborn der Bau einer Wasserleitung zum Kloster, welche aus einer Steinrinne bestand, veranlasst. Vor dem Bau der Wasserleitung mussten die Kapuzinermönche das Wasser mit Eimern zum 15-Minuten entfernten Kloster tragen.
1752 wurde unter der Leitung von P. Agapitus über der Quelle ein steinern gewölbtes Brunnenhaus errichtet. Die Initialen des „Bauherrn“ sowie die Jahrszahl 1755 sind heute noch rechts vom Eingang zu sehen. Über der eigentlichen Quelle befindet sich eine Steinplatte mit dem Kapuzinerkreuz mit der Jahreszahl 1636.
Nachdem die damalige steinerne Wasserrinne immer wieder durch Laub sowie Erde verschmutzte, wurde diese durch gusseiserne Rohre im Jahre 1877 unter der Leitung der Franziskaner ersetzt. Im Jahre 1929 verlor der Pfaffenbrunnen endgültig seine Bedeutung, als das Kloster an das Wasserversorgungssystem des Markt Großheubachs angeschlossen wurde.
Sauställe
Früher, als die Landwirtschaft noch einer der wichtigsten Erwerbsquellen war, gab es in Großheubach zwei Sauställe mitten in den Wäldern des Spessarts. Hier wurden die Säue gemästet und durch einen Säuhirt bewacht. Einer der Sauställe befindet sich auf dem Ospis, besser bekannt unter "Sohl", während der zweite auf dem Busig zu finden ist. Beide Sauställe weisen unterschiedliche Bauweisen der Umzäunung auf, während der eine durch senkrecht aufgestellte Sandsteine eingezäunt ist, wurden beim zweiten Saustall auf dem Busig Mauern aus Sandstein aufgesetzt. Zur Umzäunung wurden bei beiden Sauställen einfache Hütten für den Sauhirten erbaut, damit dieser bei seinen Schweinen übernachten konnte. Hintergrund für diese entlegenen Aufenthaltsorte ist der Gestank der Tiere sowie die nähe zum Futter, denn die Schweine wurden mit Buchäckern und Eicheln gefüttert. Gegen 1920 wurde auch der letzte Saustall aufgegeben und ein Großteil der Steine wurde von den Bauern abgetragen und verbaut, weshalb heute nur die Grundmauern zum Teil noch zu sehen sind.
Schulgebäude
| um 1700: |
Haus in der Dunkelgasse 14, heute Rathausstraße 16; im Jahre 1674 wurde dieses Gebäude erbaut und bis 1821 in zwei Sälen als Schulgebäude genutzt. |
| 1821: |
Erwerb des Abendanz´schen Hauses und Einrichtung von drei Schulsälen sowie Lehrerwohnung, welches bis 1878 als Schule genutzt wurde. |
| 1877/78: |
Im Schulgarten - beim Abendanz´schen Haus, wurde eine weiteres Schulgebäude für vier Klassen errichtet, welches bis ins Jahre 1965 genutzt wurde. Heute befindet sich das Rathaus von Großheubach in diesem Gebäude. |
| 1907/08: |
Bau einer Schule für vier Klassen in der Vereinsstraße, welche heute noch als Schulgebäude genutzt wird. |
| 1964/65: |
Bau der neuen Schule in der Bachgasse mit zwölf Schulsälen, Schulküche, Handarbeitsraum sowie Werkraum. |
| 1971/72: |
Bau der Turnhalle. |
| 1981/82: |
Erweiterungsbau mit Physikraum, Handarbeitsraum, zwei Schulsälen sowie Mehrzweckraum. |
| 1994: |
Bau eines Kleinsportfeldes neben der Turnhalle. |
| 1995: |
Umbau und Erweiterung der Schulküche sowie des Werkraumes. |
| 1997/98: |
Bau der Dreifachturnhalle in unmittelbarer Nähe zur Schule in der Bachgasse. |
| 2005: |
Umbau + Aufstockung der Schule in der Bachgasse Durch Abbrucharbeiten wurde der Verwaltungstrakt entfernt und neu aufgebaut, zugleich wurde dieser Gebäudetrakt aufgestockt, so dass darin das Verwaltungsgebäude sowie mehrere Klassenzimmer Platz finden. |
St. Elisabethenstift
Am 30. September 1885 unterzeichnete Bürgermeister Simon Dosch die von der Fürstin Sophie von Löwenstein bereits am 29. August 1885 ausgestellte "Stiftungsurkunde" zur Errichtung der St. Elisabethenanstalt in Großheubach. Die Stiftung war mit einem Kapital von 10.000 Mark ausgestattet, das laut Stiftungsurkunde "... zur Gründung einer Kranken- und Kinderbewahrungsanstalt, zunächst zur Erwerbung und Einrichtung eines hierzu passenden Hauses und Gartens unter folgenden Bedingungen ....." verwendet werden sollte: Diese Anstalt sollte allzeit unter der Leitung von katholischen Ordensschwestern stehen.
Aufsicht führen sollten der jeweilige römisch-katholische Pfarrer von Großheubach als Vorstand, der jeweilige Bürgermeister und der jeweilige Arzt des fürstlichen Hauses. Im "Falle des Bedürfnisses" kann dieser Verwaltungs- und Aufsichtsrat durch "Cooptation" dieses Gremium verstärken.
Dem fürstlichen Hause zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg muss bei Bedarf eine Schwester zur Krankenpflege zur Verfügung stehen.
Es soll dem fürstlichen Hause freistehen, in der neuen Anstalt auch, soweit Platz vorhanden ist, Kranke (aus Kleinheubach) gegen Bezahlung der für Gemeindeangehörige Großheubachs üblichen Kosten unterzubringen.
In den Gebäuden der St. Elisabethenanstalt waren viele Jahre ein Kindergarten, ein Krankenhaus und anschließend die Caritas-Sozialstation untergebracht. Jetzt befindet sich hier im St. Elisabethenstift ein Senioren-Pflegeheim mit Tagesstätte.
Staustufe Heubach
Die Staustufe liegt auf der Großheubacher Gemarkung, doch gehört der Schleusenkanal nach Kleinheubach. Mit dem Bau der Staustufe wurde im Jahre 1925 begonnen, im Januar 1932 waren die Arbeiten abgeschlossen. Die Kosten sollen zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro liegen.
Die technischen Daten zur Staustufe Heubach:
Der Schleusenkanal hat eine Länge von 315 m und eine Breite von 12 m, der Wasserstand der Schleuse misst 6 m, wenn sie durch das obere Tor gefüllt wird. Die Länge der Stautrommel ist 35 m, ihr Durchmesser 5,5 m und die Stärke des Trommelmantels 15 mm.